Keyvisual Abwasserzweckverband

Weg des Abwassers

Die Reinigung des Abwassers erfolgt in mehreren Stufen: der mechanischen (1. Stufe), der biologischen (2. Stufe) und der chemischen (3. Stufe).

  1. Rechengebäude
  2. Sandfang
  3. Vorklärung / Bio-P
  4. Belebungsbecken a’ 2000 m³
  5. Nachklärbecken
  6. Schlammentwässerung
  7. Faulbehälter
  8. Gasbehälter
  9. Betriebsgebäude
  10. 2 Schlammbehälter
  11. Betriebshof
  12. Personalwohnungen
  13. Solare Schlammtrocknung
  14. Gebläse u. Kreislaufpumpwerk
  15. Belebungsbecken 7300 m³

Mechanische Behandlungsstufe (1. Stufe)

Rechenanlage
Belüfteter Sandfang mit Fettabscheider

Auf der Kläranlage passiert das Abwasser zunächst einen Regenüberlauf mit automatischen Siebrechen, dann einen Notüberlauf und fließt dann durch zwei parallel angeordnete Siebrechen. Mit dieser automatischen Anlage werden dem Abwasser Sperr- und Grobstoffe (z. B. Textilien) ab einer Größe von 6 mm entnommen. Dieses Rechengut wird in einer Waschpresse von organischem Schmutz gereinigt und in einen Container abgeworfen (ca. 150 t/a).

Anschließend gelangt das Abwasser in einen belüfteten Sandfang. Dort wird das Wasser in Turbulenz versetzt, die den mitgeführten Sand sedimentieren läßt und den Schlamm in Schwebe hält. Der abgesetzte Sand wird in einem Sandwäscher gereinigt und in einen Container ausgetragen (ca. 14 t/a).

Aus dem Sandfang gelangt das Abwasser in ein rundes Kombibecken, in dessen innerem Teil (Vorklärbecken) sich der Grobschlamm absetzt. Im äußeren Teil wird das Rohabwasser mit dem aktiven Bakterienschlamm aus der biologischen Stufe vermischt. Dies bewirkt zusammen mit der anschließenden Belüftung in der 2. Stufe eine biologische Phosphorelimination.

Biologische Reinigung (2. Stufe)

Belebungsbecken (2 Straßen, je 5 Kaskaden) Gesamtvolumen = 11300 m³)
Nachklärbecken (2 x 3250 m3)

Nach der mechanischen Behandlungsstufe gelangt das Abwasser in die biologische Reinigungsstufe. Sie besteht aus drei Belebungsbecken und zwei Nachklärbecken. Die gelösten organischen Verschmutzungen (Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor) werden teilweise unter Zugabe von Luft (max. 10.000 m³/h) durch sauerstoffatmende Bakterien als Nahrung aufgenommen.


In den beiden Nachklärbecken setzt sich der Bakterienschlamm ab und das gereinigte Abwasser fließt über eine umlaufende Zahnschwelle zum Vorfluter.
Der abgesetzte Schlamm wird durch einen umlaufenden Räumer zum Schlammtrichter in der Mitte des Beckens geschoben und von dort wieder in den biologischen Prozess zurückgeführt.

Schlammbehandlung

Maschinelle Schlammentwässerung (Zentrifuge)
Solare Klärschlammtrocknung

Im Zuge der Abwasserbehandlung fällt Schlamm an (ca. 25.000 m³/a mit 3-4 % Feststoffanteil), der schadlos zu lagern und schließlich zu entsorgen ist. Der Schlamm wird zum einen als sogenannter Überschussschlamm aus dem biologischen Kreislauf der Biologie und zum anderen als Grobschlamm aus dem Vorklärbecken abgezogen.
Dieser Schlamm wird in zwei beheizten (35° C) Faulbehältern (2 x 1600 m³) durch Fäulnisbakterien stabilisiert.

Beim Prozess der Schlammstabilisierung entsteht Methangas (ca. 400.000 m³/a). Dieses Gas wird in Gasmotoren zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt.

Der stabilisierte Schlamm wird anschließend mit einer Zentrifuge auf 30 % Feststoffgehalt entwässert. Diese ca. 2.400 m³/a werden in der Solar-Trocknungsanlage entsprechend dem weiteren Entsorgungsweg getrocknet und somit in der Menge auf ca. 700 t/a reduziert. Dies ist eine äußerst kostengünstige Form der Schlammtrocknung und bedarf keiner zusätzlichen Wärmeenergieversorgung aus Öl oder Erdgas.

Kleine Helfer in den Becken

Das Herzstück einer jeden Kläranlage sind die Belebungsbecken mit ihren Organismen. Mit ihrer Hilfe ist es möglich bestimmte Stoffe zu eliminieren. Des weiteren geben die verschiedenen Arten und deren Anzahl Aufschluss über die Wasserqualität des Wassers.

Bakterien: Neben den vielen anderen im Wasser lebenden Bakterien geben die Spirillen am meisten Aufschluss über die Qualität: Da die Spirillen am besten unter Sauerstoffausschluss leben, zeigt eine große Anzahl von ihnen, dass das Wasser entweder sehr Schmutzig ist, oder die Belüftungsanlage nicht richtig funktioniert.

Rädertierchen: Sie sind im mikroskopischen Bild mit die beeindruckendsten Lebewesen, nicht zuletzt wegen ihren Räderorganen, mit denen sie sich Nahrung zufächern. Diese Vielzeller bevorzugen sauerstoffreiches, reines Wasser. Sie sind empfindlich gegen die kleinsten Schwankungen des pH-Wertes oder gegen Fäulnisstoffe. Und daher ein ebenso guter Indikator für gute Wasserqualität, wie die Spirillen für schlechte.

Neben den beiden oben genannten Arten gibt es noch unzählige Weitere, wie die Glockentierchen oder die Geißeltierchen. Alle stehen für einen bestimmten Reinheitsgrad des Wassers und können, je nach Zuordnung, dem Personal auch großes Kopfzerbrechen bereiten.

Spirillenbakterien
Rädertierchen
Glockentierchen