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Entdecke, wie schmutziges Wasser wieder sauber wird!

Was ist eine Kläranlage?

Eine Kläranlage, auch Abwasserbehandlungsanlage genannt, ist dafür da, Abwasser technisch und biologisch zu reinigen. All das Wasser, das tagtäglich in unser Waschbecken, in die Dusche, in die Toilette oder in den Gully fließt und dann in der Kanalisation verschwindet, durchläuft die verschiedenen Reinigungsschritte der Kläranlage. Das Wasser landet anschließend gereinigt wieder in Flüssen und Seen.

Kläri sagt:

Ich bin Kläri und ich arbeite hier auf der Kläranlage in Füssen! Ich erkläre dir heute, wie aus schmutzigem Wasser wieder sauberes wird. Los geht's!

Was ist Abwasser und wo fließt es hin?

Das durch unsere Nutzung verunreinigte Abwasser fällt in Deinem Haushalt an, aber auch in der Land- und Bauwirtschaft sowie in der Industrie. Ebenso landet ein Teil des Regenwassers in der Kanalisation sowie eine gewisse Menge Grundwasser, das durch undichte Stellen in die Kanalisation eindringt. Über Rohre fließt das Abwasser dann gesammelt zum Klärwerk in Füssen.

Wusstest du?

Die Zulaufmenge in der Kläranlage ist nicht immer gleich. Es gibt wie in der Urlaubszeit auch beim Abwasser eine Hochsaison! Wenn du zum Beispiel viel duschst oder es Starkregen gibt, hat das Klärwerk besonders viel zu tun. Für den Notfall gibt es daher Stauraumkanäle und Regenrückhaltebecken.

So funktioniert eine Kläranlage:

Nun weißt du, wie das Abwasser in die Kläranlage kommt. Aber wie wird es dort wieder sauber?

1. Der Rechen

Nachdem das Abwasser die Kläranlage erreicht hat, wird es durch einen Rechen geleitet. Das ist wie ein großes Sieb – ähnlich wie Dein Küchensieb zu Hause! Er fischt größere Dinge heraus: Toilettenpapier, Hygieneartikel, Handys, Plastikteile oder sogar Spielzeug.

2. Sandfang und Fettfang

Sauber ist das Wasser noch längst nicht! Deshalb fließt es nun durch ein weiteres Becken, den Sand- und Fettfang. Ein Räumschild befördert den abgesetzten Sand und pumpt ihn ab. Die Fettteilchen hingegen schwimmen nach oben – sie werden abgezogen und als Nahrung in den Faulturm gepumpt. Das Fett mögen die Bakterien dort besonders gern!

3. Vorklärbecken

Zurück bleibt eine ganze Menge Schlamm. Dieser setzt sich im Vorklärbecken ab. Ein Räumschild schiebt den Schlamm zur Mitte des Beckens und wird dort abgepumpt. Die weitere Behandlung des Schlamms erfolgt dann im Faulturm.

4. Belebungsbecken

Zeit für die biologische Reinigung! Im Belebungsbecken wird das schmutzige Wasser durch Milliarden von winzigen Bakterien gereinigt. Durch Zugabe von Sauerstoff vermehren sich die Bakterien und fressen die Schmutzteilchen – dadurch wird das Abwasser biologisch gereinigt.

5. Nachklärbecken

Der restliche Schlamm mit den kleinen Bakterien ist schwerer als Wasser und sinkt auf den Boden des Nachklärbeckens. Ein Teil des Schlamms wird in den Faulturm geleitet, ein Teil zurück ins Belebungsbecken. Das klare Wasser oben fließt dann zurück in die Natur – zum Beispiel in den See!

6. Chemische Reinigung

Manche Stoffe wie Phosphat (Phosphor) können Bakterien nicht allein auffressen. Zu viel Phosphor kann unseren Flüssen und Seen schaden! Deshalb versetzt man das Wasser mit spezieller Chemie, die sich mit dem Phosphor verbindet und ihn zu Boden sinken lässt. Der abgesetzte Schlamm wird dann abgezogen.

Was geschieht mit dem Klärschlamm?

Während der Reinigung des Wassers entsteht unglaublich viel Schlamm. Was passiert mit dieser dunkelbraunen Masse?

Der Faulturm

Der feuchte Schlamm kommt zuerst in den Voreindicker, wo er sich verdichtet. Dann geht er in den großen runden Faulturm! Dort fängt er an zu faulen. Dabei entsteht Methangas, das in einem Gasbehälter gesammelt wird. Dieses Gas wird im Blockheizkraftwerk als Kraftstoff verwendet – damit erzeugt die Kläranlage ihren eigenen Strom und ihre eigene Wärme!

Wusstest du?

Der Schlamm besteht zu bis zu 95% aus Wasser! Deshalb muss er erst entwässert werden, bevor er weiterverarbeitet werden kann.

Schlammentwässerung

Nach dem Faulturm kommt der Schlamm zur Schlammentwässerung. Dort wird er vorentwässert (28–30 % Trockenrückstand). Eine spezielle Maschine presst dabei das überschüssige Wasser heraus.

Solare Trocknung

Danach kommt der Schlamm in die Solare Trocknung – ein großes Gewächshaus! Dort wird er durch Sonnenwärme auf 70 % Trockenrückstand getrocknet. Der getrocknete Schlamm kommt dann in eine Verbrennungsanlage. Die dabei erzeugte Wärme wird als Fernwärme für die Heizung von Häusern genutzt!

Kläri sagt:

So – jetzt weißt du alles über die Kläranlage in Füssen! Das nächste Mal, wenn du den Wasserhahn aufdrehst, kannst du dir vorstellen, was mit dem Wasser passiert, bevor es wieder in die Natur zurückkehrt.

Kläranlagenschema

Downlaod

Ladet Euch "Kläri erklärt die Kläranlge" hier herunter.